1. Rang - Gesamtleistungswettbewerb, 2026

Neubau von Alterswohnungen und Jugendräumen, Widen

Zusammenarbeit mit schaerholzbau ag und CHRISTOPH WEY LANDSCHAFTSARCHITEKTEN GMBH

Das Projekt «Domus» versteht das Gebäude als Ort des Zusammenlebens und der Begegnung. Als räumliches Leitmotiv wird die Typologie des Stadthauses mit Atrium aufgegriffen. Das direkt an den Eingang anschliessende Atrium bildet das zentrale Herzstück des Hauses, verknüpft die unterschiedlichen Nutzungen und erweitert als halböffentlicher Raum den privaten Wohnbereich. Gleichzeitig schafft es eine Verbindung zwischen Innen- und Aussenraum und bietet Raum für Begegnung und Austausch.

Städtebaulich vermittelt das Gebäude zwischen den unterschiedlichen Strukturen des Umfelds. Die gestufte Gebäudehöhe und die ausklinkende Grundform reagieren auf Topografie und Nachbarschaft. Die drei Balkonschichten gliedern den Baukörper und schaffen unterschiedliche Bezüge zur Umgebung. Durch die kompakte Setzung wird eine klare Erschliessung ermöglicht und das Gebäude weitgehend von Grünraum umschlossen.

Die räumliche Organisation folgt einer klaren Hierarchie. Vom Atrium werden Wohnungen, Gemeinschafts- und Schulungsräume sowie die Räume im Untergeschoss erschlossen. Der zentral angeordnete Lift und die offene Treppe unterstützen die Orientierung und fördern Begegnungen. Während das Atrium im Erdgeschoss stärker öffentlich geprägt ist, dient es in den Obergeschossen als halbprivater Aufenthaltsbereich für die Bewohnenden. Die Wohnungen sind als private Rückzugsräume organisiert und bieten durch ihre unterschiedlichen Ausrichtungen individuelle Wohnqualitäten.

Die Materialisierung wird auf die jeweilige Nutzung abgestimmt. Im Atrium schaffen warme Farbtöne, Holz und helle Betonoberflächen eine einladende Atmosphäre. Robuste und pflegeleichte Materialien prägen die öffentlichen Bereiche, während in den Wohnungen Holz, textile Elemente sowie warme, gedämpfte Farbtöne eine ruhige und wohnliche Atmosphäre schaffen. Die sichtbare Holzkonstruktion wird durch Holzdecken und -böden ergänzt. Anforderungen an altersgerechtes Wohnen werden durch klare Raumstrukturen, gute Kontraste und Orientierung in die Gestaltung integriert.

Auch die Fassade macht die konstruktive Idee des Holzbaus sichtbar: Ein unbehandeltes Holzkleid aus Weisstannen-Schindeln prägt die Gebäudehülle und entwickelt durch natürliche Patinierung eine lebendige Erscheinung. Die sichtbare Tragstruktur der vorgelagerten Laubenschicht verleiht der Fassade Rhythmus und Tiefe.

Der Aussenraum wird mit wenigen gezielten Eingriffen als gemeinschaftlicher Freiraum gestaltet. Ein Rundweg verbindet das Gebäude mit dem Quartier und dem angrenzenden Wald. Bestehende Platanen werden Teil eines neuen Gemeinschaftsplatzes mit Sitzgelegenheiten und Hochbeeten. Artenreiche Wiesen und einheimische Gehölze stärken die Biodiversität und schaffen einen vielfältigen Freiraum für die Bewohnenden.