Entwurf, Planung und Bauleitung, 2025

Umbau und Sanierung Wohnhaus, Bern

Fotografie: Stettler Photography

Das grosszügige Einfamilienhaus wurde 1982 vom Architektenehepaar Urs und Sonja Grandjean im Auftrag der damaligen Eigentümerfamilie gebaut. Entstanden ist ein Objekt, welches sehr durchdacht komponiert wurde und sich konsequent auf das Licht und den Garten ausrichtet. Die erhöhte Lage an einem Südhang in der Nähe von Bern vereint viel Platz, Ruhe, Privatsphäre und Weitsicht mit Alpenpanorama. Der Entwurf ist einheitlich und vielseitig zugleich, die Grundrissgestaltung lässt den Bewohnern viele Freiheiten.

Nach einem Eigentümerwechsel bestand das Bedürfnis, das Haus zu sanieren und moderat weiter zu entwickeln. Die Grundsubstanz wurde weitgehend belassen, der Eingriff war sensibel, prägende Elemente und die hohe Qualität des Hauses sollten gewahrt bleiben. Nachträglich erstellte Anbauten wurden entfernt und Fensteröffnungen gemäss den Originalplänen wieder hergestellt.

Im Erdgeschoss wurden sekundäre Nasszellen zugunsten einer grösseren und offenen Küche rückgebaut. Diese befindet sich zentral in der Mitte des Hauses und wurde gestalterisch mit dem Entree vereint. Im hinteren Teil des Hauses wurde ein neues Bad gebaut und das ursprüngliche Arbeitszimmer wieder hergerichtet. Der Wohnbereich sowie die beiden Kinderzimmer wurden belassen.

Im Obergeschoss wurden WC, Bad und Ankleide neu organisiert und gestaltet. Die Raumeinteilung erfolgte hauptsächlich mit Schränken und Holzfronten. Das Schlaf- und Arbeitszimmer ist offen über Eck angeordnet mit beidseitigem Zugang zur Dachterrasse. Die Grundrissgeometrie mit schrägen Winkeln und einer Wendeltreppe im Zentrum schafft auf allen Ebenen fliessende Räume mit spannenden Sichtbezügen. Die gezielt platzierten und unterschiedlich ausgerichteten Fenster bieten durchdachte Ausblicke In die nahe und fernere Umgebung.

Beim Umbau wurden ausschliesslich natürliche und hochwertige Materialien verwendet. Die Wände wurden mit Lehmputz überzogen, dieser sorgt für ein angenehm gesundes Raumklima, da er atmungsaktiv ist und als Klimapuffer Feuchte aufnimmt und bei Bedarf wieder abgibt. Die Schreinerarbeiten mit Fronten in Ahorn und Innenleben in Fichtenholz sind sorgfältig verarbeitet und mit interessanten Details versehen. Bei der Küche wurden hauptsächlich Edelstahl und mit Linoleum überzogene Fronten verwendet, diese zeichnen sich durch eine unverkennbare Haptik und warme Oberfläche aus. Die Böden und Wände der Nasszellen wurden mit grünem Glasmosaik verkleidet, Nebenflächen mit einem Spachtelbelag überzogen.

Die unterschiedlichen Oberflächen harmonieren optimal, das dezente Farbkonzept schafft eine angenehm warme Atmosphäre und verleiht den Räumen Tiefe und Ruhe. Nach erfolgter Transformation treten Licht und Schatten sowie Proportion und Material in einen ausgewogenen Dialog. Der Umbau versteht sich als Weiterentwicklung des Bestands – schlicht, präzise und selbstverständlich.